*Wintersperre Oberalppass *Lukmanierpass derzeit geschlossen
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Disentis Sedrun Rheinquellregion

Unterwegs im Kloster Disentis

Stabilitas in progressu – Beständigkeit im Voranschreiten

Seit nun 1400 Jahren gibt es das Kloster Disentis. Die Benediktiner geloben die Beständigkeit an Ort und in der Gemeinschaft. Zurzeit werden die dicken Klostermauern renoviert und haben auch heute noch einen bedeutenden Charakter im Bündnerland.

Von Gina Sergi

Kloster St. Martin

Das Kloster Disentis trägt den Namen des Heiligen Martin. Die zwei Kirchtürme sind im Vorarlberger Barock gehalten und entsprechen dem Münsterschema – einer Bauform aus dem 17. Jahrhundert. Im Nordflügel des Konventsgebäudes befindet sich ein Museum, welches kunst- und kulturhistorische Sammlungen aus dem Mittelalter zeigt. Dank dem Gymnasium ist das Kloster eine der wichtigsten Bildungsstätten in der Region. Das Internat, aufgeteilt in Mädchen und Jungen, ist sehr modern und auf die Bedürfnisse junger Schüler angepasst – schöne Aufenthaltsräume mit Gesellschaftsspielen, ein Kino und Lernlandschaften sind Teil davon. Neben dem Internat gehören eine Käserei, Schreinerei und einen Stall ebenfalls zum Kloster Disentis.

Kloster Disentis Klostermuseum

Renovation Klostermauern

Momentan wird innerhalb der Klostermauern renoviert. Dabei wird Traditionelles mit einem modernen Touch ergänzt. Im neuen Eingangsbereich des Klosters eröffnet ein Fenster den Blick zur alten Krypta der Martinskirche. In ihr wurden die Reliquien der Klostergründer aufbewahrt und verehrt. Das neue Bistro befindet sich in der früheren Schreinerei. Auch die neuen Gästezimmer erinnern an ein Wellnesshotel und nicht unbedingt an ein Kloster. Das helle Holz lädt zur gemütlichen Nachtruhe ein.

Mauern des Klosters Disentis

Beginn grosser Geschichte

Die Anfänge des Klosters sind auf das Jahr 614 zurückzuführen. Circa um diese Zeit gründete der burgundische Mönch Sigisbert eine Einsiedelei gemeinsam mit dem Rätier Placidus. Um das Grab der beiden geht im Jahr 700 das heutige Kloster Disentis hervor. Die heutigen Klosterbewohner gehen davon aus, dass es bereits damals ein benediktinisches Kloster unter dem Abt Ursicinus war.

Der erste Rückschlag

Im Testament des Churer Bischofs Tello wird das Kloster zum ersten Mal erwähnt. Danach folgt der Aufstieg: Karl der Grosse bezieht Disentis in seine Alpenpasspolitik ein; deutsche Kaiser nutzen den Lukmanierpass auf ihrem Weg nach Italien, was Disentis in ihren Fokus bringt. Der erste Rückschlag erfolgt im Jahr 940, als Sarazenen ins Land einfallen und das Kloster zerstören.

Das Bildungs-Kloster

Das Jahr 1880 zeichnet den Beginn einer neuen Epoche. Pater Benedikt Prevost von MuriGries übernimmt die Leitung des Klosters. Seine Aufgabe ist die Bildung einer neuen Gemeinschaft. Er kümmert sich um die vernachlässigten Gebäude und eröffnet die Die beiden Kirchtürme erscheinen im Barockstil Die Krypta Gina Sergi Klosterschule, die einen wichtigen Aspekt darstellt. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Klosterschule ein Gymnasium und seit 1936 kann die Maturität abgeschlossen werden. Das Gymnasium, welches heute überregionale Reputation geniesst, ist ein wichtiger Grund dafür, dass das Kloster Disentis auch heute wieder einen bedeutenden kulturellen Einfluss im Bündnerland hat.

Die Ordensregel

Die Mönche leben nach der Regel Benedikts. Diese zeigt, wie sie in der Gemeinschaft ihres Klosters den Weg als Nachfolger Christi gehen können. Fünfmal am Tag kommen die Mönche zum gemeinsamen Gottlob zusammen. Sie beteiligen sich an jeglichen Arbeiten, unter anderem im Klosterinternat.

Neues trifft auf Tradition

Den Benediktinern von Disentis ist Beständigkeit wichtig. Beständig zu sein bedeutet, mit der wandelnden Welt zu gehen. Die Mönche probieren mutig Neues aus und halten ihre Traditionen dennoch bei. Das Kloster Disentis ist offen für Besucher. Egal ob Kirchengang, Museumsbesuch, Übernachtung oder doch nur ein Restaurantbesuch – willkommen ist jeder

Gina Sergi
Gina Sergi

Gina Sergi studiert Journalismus im Bachelorstudiengang Kommunikation an der Zürcher Hochschule für Angewandte Medienwissenschaften in Winterthur.

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